Theresienstraße 2 | Landau | Tel.: 09951 2313
Mo.-Fr.: 8.30-12.30 & 14.00-18.00 Uhr | Sa.: 9.00-12.30 Uhr

Was ist Myopie-Management?

Beim Myopie-Management oder bei der Myopie-Kontrolle wird versucht, die Zunahme der Kurzsichtigkeit zu verlangsamen bzw. zu stoppen.


Die Kurzsichtigkeit entsteht durch ein ungenaues Augenwachstum, welches in einem zu hohen Brechwert des Auges relativ zur Augenlänge resultiert. Die genauen Ursachen werden immer noch untersucht.


Seit Jahren diskutieren Wissenschaftler über die Frage, ob Myopie genetischer oder umgebungsbedingter Natur ist?


Inzwischen ist bekannt, dass Myopie das Ergebnis einer komplexen Interaktion zwischen BEIDEM ist: Somit sind Umweltfaktoren als auch genetische Vorbelastung bei der Entstehung der Kurzsichtigkeit von Bedeutung.


Forscher sind sich einig, dass zu viel Naharbeit sowie zu wenig Aufenthalt im Freien neben der genetischen Vorbelastung die Kurzsichtigkeit auslöst bzw. beschleunigt. Studien gehen davon aus, dass im Jahr 2050 die Hälfte der Weltbevölkerung kurzsichtig sein wird. Derzeit liegt die Kurzsichtigkeitsrate bei ca. 30%


Diese Zunahme wird auch von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) mit Sorge beobachtet. In Asien sind mittlerweile 90 % aller Kinder und Jugendlichen kurzsichtig mit allen Risiken, die damit einhergehen (vor 60 Jahren waren es nur 10-20 %). Daher sagt die WHO, dass die Eindämmung der Myopie hohe Priorität hat.

 

Möglichkeiten der Myopiekontrolle

In der Vergangenheit gab es verschiedene Ansätze, um die Kurzsichtigkeit zu bremsen. Die Forscher machten Forschungen mit verschiedenen Brillen und Kontaktlinsen mit Über- oder Unterkorrektion, um den Einfluss auf die Kurzsichtigkeit zu testen. Viele dieser Forschungen zeigen keinen oder nur einen minimalem Effekt, die Kurzsichtigkeit zu stoppen. Auch Medikamente kamen mit Erfolg zum Einsatz, aber eben auch mit dem Nachteil der Nebenwirkungen sowie einem hohen Rebound (schnellere Zunahme der Kurzsichtigkeit nach dem Absetzen der Medikamente…). Durch viele Forschungsansätze hat man heute aber einige Methoden entwickelt, die tatsächlich dem Fortschreiten der Kurzsichtigkeit entgegenwirken können!

TAGESLICHT

Kinder, welche mehr Zeit im Freien verbringen, sind weniger gefährdet myop zu werden.Zahlreiche Studien zeigen, dass Tageslicht in der Netzhaut den Neurotransmitter Dopamin und Vitamin D freisetzt, welche das Längenwachstum des Auges verhindern bzw. bremsen.


Vitamin D3 dient nachweislich zur Verlangsamung der Kurzsichtigkeit und generellen Stärkung des Immunsystems

In mehreren wissenschaftlichen Studien wurde nachgewiesen, dass ein höherer Vitamin D-Spiegel im Blut das Risiko eine Myopie zu entwickeln deutlich einschränkt. Leider nehmen die meisten in unserer modernen medialen Welt viel zu wenig Vitamin D auf um unsere Kinder und Jugendliche bestmöglich vor zu hoher Kurzsichtigkeit zu schützen.

 

Mögliche Lösungen

LÖSUNG 1:

ORTHO-K-LINSEN / NACHTLINSEN


Orthokeratologische Kontaktlinsen, oder kurz „Ortho-K-Linsen“, werden über Nacht getragen. Sie modellieren in dieser Zeit die Hornhaut in eine für das scharfe Sehen optimierte Form. Die Veränderung bewegt sich im Bereich von einigen hundertstel Millimetern. Nach der ersten Nacht ist die Kurzsichtigkeit bereits um 60 bis 70 Prozent reduziert. Nach drei bis fünf Tagen ist sie in der Regel völlig verschwunden und es kann unter Tags ohne Brille oder Linse scharf gesehen werden. Die Linse sollte jede Nacht getragen werden, ansonsten bildet sich die Hornhaut reversibel in die ursprüngliche Form zurück und die Kurzsichtigkeit wäre dann wieder in der alten Form vorhanden.


Ortho-K-Linsen erzeugen in der peripheren Netzhaut einen Defokus. Diese in der Peripherie vorgelagerte Bildschale, zeigt in der fortschreitenden Kurzsichtigkeit Wirkung, und kann dadurch das Wachstum der Augenlänge bremsen bzw. stoppen



LÖSUNG 2:

KONTAKTLINSEN MIT DEFOKUS


Das sind spezielle formstabile oder weiche Kontaktlinsen, die untertags getragen werden. Mit dem selben Ziel wie die Ortho-K-Linsen die Kurzsichtigkeit zu verlangsamen bzw. zu stoppen.


Das spezielle Weiche- oder Formstabile-Linsendesign erzeugt genauso wie bei Ortho-K-Linsen in der peripheren Netzhaut einen Defokus. Diese in der Peripherie vorgelagerte Bildschale, zeigt in der fortschreitenden Kurzsichtigkeit Wirkung, und kann dadurch das Wachstum der Augenlänge bremsen bzw. stoppen.


Die Unterkorrigierte Myopiekorrektion und die Korrektion mit Brille oder normalen Kontaktlinsen bremsen die Kurzsichtigkeit „NICHT“ ein – im Gegenteil – diese fördern das Längenwachstum des Auges.

Daher werden Linsen mit DEFOKUS für die Myopiekontrolle empfohlen.